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10. Mai 2012

Objekt der Woche: Agape Nivis

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Eingetragen von: Erneste Appell


Andrea Morgante ist ein gestandener Gestalter: Früher tätig an der Seite von Future Systems und Jan Kaplicky sowie Ross Lovegrove, hat er sich 2009 unter dem Namen Shiro Studio selbständig gemacht. 'Shiro' ist dabei eine Metapher, das japanische Wort für 'weiss' steht hier für einen puren kreativen Ansatz, bei dem formale Untersuchungen sich mit Anatmoie, Aeronautik, Meteorologie, Botanik, Skulptur und digitalen Fabrikationstechniken beschäftigen.

Für die italienische Agape hat Morgante nun unter dem Namen Nivis ein nahtloses Waschbecken aus perlweissem Mineralwerkstoff kreiiert, bei dem sich zwei Vertiefungen in einem Quader mit seitlich grosszügig abgerundeten Ecken befinden. Diese Vertiefungen sind als eine einzige organische Fläche miteinander verwachsen, wobei das Wasser von der grossen in die kleine Vertiefung fliesst. Wozu das Ganze? Vielleicht als Seifenablage? Oder einfach, weil es gut aussieht und die stromlinienförmige Weichheit des Entwurfs mit zwei Vertiefungen gerade doppelt zu Geltung kommt!

Agape Nivis

Shiro Studio

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3. Mai 2012

Objekt der Woche: vipp Regale

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die Accessoires des dänischen Herstellers vipp, der mit seinen metallischen Mülleimern bekannt wurde, haben wir bereits vorgestellt (siehe hier). Mittlerweile hat vipp sein Tätigkeitsfeld erweitert und ist ins Kerngeschäft des Sanitärdesigns vorgestossen. Neben Armaturen gibt es nun auch ein elegantes Regal: wahlweise in schwarz oder weiss erhältlich, ist es stets 23 Zentimeter hoch, 18.5 Zentimeter tief und entweder 60, 120 oder stolze 180 Zentimeter lang. Überzeugend ist in jeder Variante die U-Form aus pulverbeschichtetem Aluminium, die mittels CNC-gefrästen Fingerschrauben aus gebürstetem Edelstahl an der Wand befestigt werden.

Ein kleiner Tipp: Die Kombination mehrerer vipp-Regale mag bei zwei Stücken (siehe unterstes Bild) noch funktionieren, eine ganze Serie der Regale würde jedoch fraglos mit der Objekthaftigkeit des Regals brechen und es empfiehtl sich daher, wenige Regale verschiedener Längen zu kombinieren - oder weniger Krimskrams im Badezimmer anzuhäufen und mit einem Regal zurecht zu kommen. Weniger ist mehr!

vipp Regale

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26. April 2012

Objekt der Woche: Beton die Zweite

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Eingetragen von: Erneste Appell

"Ornamentation... Reichtum - sind der wahre Kern des Designs. Sie sind die DNA der Form, der Ursprung, also sollte man hier beginnen."

Daniel Ogassian, Inhaber und Designer des gleichnamigen Fliesenproduzenten aus Los Angeles, verbindet in seiner Arbeit das Ornamentale mit den Minimalismus. Er kreiiert eigenwillige, schmuckhafte und meist plastische Fliesen aus Keramik und Beton, die obwohl im Detail durchaus komplex, eine zeitgenössische Einfachheit wahren. Einer der schönsten Entwürfe ist die hexagonale Betonfliese Japanese Weave, die trotz Modularität und kleinen Fugen das Bild einer einzigen gewobenen Fläche generiert. In der Form irgendwo zwischen Batman-Höhle, Pflanzenranken und geometrischem Pattern, fasziniert diese Fliese durch ihre räumliche Wirkung, ein wirkungsvolles Spiel von Licht und Schatten und das Bild des textilen Webens in hartem Stein.

Daniel Ogassian - Japanese Weave

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19. April 2012

Objekt der Woche: Barcelona von victoria+albert

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Eingetragen von: Erneste Appell

Europäisch ist das Stück aus dem Hause victoria+albert. Der Hersteller selbst benannte sich nach dem berühmten britischen Königspaar, das unter anderem die erste Weltausstellung 1851 in London veranlasste und somit der sich internationalisierenden Industriegesellschaft eine seither erfolgreiche Plattform schuf. Barcelona heisst nun eine der Kollektionen, benannt nach einer der reizvollsten Städte des Kontinents - die Stadt Antonio Gaudis, der Rambla und des baskischen Stolzes. Wieso die Kollektion so ausgesprochen sanft und kontrolliert daherkommt, bleibt angesichts des pulsierenden Namensgebers fraglich. Vermutlich hat dies jedoch kaum einen direkten Bezug, denn die leicht konische, abgerundete Form entspricht nahezu exakt dem Grundtypus eines Wasserbehälters von der Tasse bis zur Badewanne.

victoria+albert Barcelona

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6. April 2012

Objekte der Woche: Style von Svedberg

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Eingetragen von: Erneste Appell

Jede Zeit hat ihren eigenen Stil. Das gilt nicht nur für das griechische Altertum, die germanische Gotik oder die italienische Renaissance sondern auch für die Goldenen 1920er oder die 1960er. Gerade letzteres Jahrzehnt zeichnet sich durch eine eigene Sprache aus, einen starken Gestaltungswillen, der befeuert von der ersten Mondlandung und zahllosen technischen Neuerungen einem seit den Weltkriegen ungekannten Zukunftsglauben huldigt und als Space-Age- und Pop-Art-Design den Grundstein für die heutigen Freiformen legte. 

Der schwedische Sanitärdesign-Hersteller Svedberg hat die Formen der 1960er mit der minimalistischen Brille der Gegenwart betrachtet und die Kollektion Style kreiiert, die von den abgerundeten Ecken dieses Jahrzehnts inspiriert ist und die kubische Box der 1990er und 2000er Jahre damit verschmilzt. Die Kollektion ist eigenwillig, elegant, schlicht und bietet eine Auswahl aus Produkten, die aus gegossenem Kunststein (Marmor) bestehen und in weissem, schwarzem und Teakholz-Finish erhältlich sind.

Svedberg Style

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28. März 2012

Objekt der Woche: Steinberg Structure 220

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Eingetragen von: Erneste Appell

 

Spätestens seit dem Dekonstruktivismus der 1980er Jahre sind Brüche, Verschneidungen, Überlagerungen, Voids und dergleichen in das Gestaltungs-Repertoire von Architekten und Designern eingegangen. Vergleichsweise zahm kommt jedoch der Wasserhahn Structure 220 daher, den das Steinberg-Designteam um Michael Schneider entwarf. Auch hier wurde der Durchbruch zum thematischen Leitbild, allerdings wurde dieser in sanftem Schwung ausgeführt, als gleichsam von Wasser umflossene Leerstelle in einem auch sonst von dynamischen Kurven dominierten Objekt. Dessen zweiter Hingucker ist fraglos der schlanke Joystick zur Steuerung von Wassermenge und -temperatur. Dezent, individuell und elegant ist das Stück, ohne sich in blosser Effekthascherei zu verlieren: 10 Punkte! 

 

 

Steinberg Structure 220

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6. März 2012

Objekt der Woche: Jacuzzi Moove

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Eingetragen von: Erneste Appell

  

Die Firma Jacuzzi wurde mit ihren Whirlpools seinerzeit so berühmt, dass der Name zum Allgemeinbegriff wurde. Markenrechtlich fast so problematisch wie das berühmte Tempo (-taschentuch), zeigt dies doch den beispiellosen Erfolg der Whirlpools. Dass Jacuzzi daneben auch andere Produkte für das Badezimmer kreiiert, geht dabei meist unter. Daher soll an dieser Stelle die Duschtasse Moove vorgestellt werden:

Der Entwurf von Marco Piva ist in schlichtem Weiss gehalten, bodengleich ausgeführt und mit leichter Neigung nach innen versehen. Dabei bildet der eingelassene Wasserabfluss aus Chromstahl das Zentrum und wird von einem angedeuteten Oval umspielt - was weniger das Wasser zurückhält, als vielmehr einen dynamischen Akzent setzt.

 

 Jacuzzi moove 

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24. Februar 2012

Objekt der Woche: Roca Frontalis

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Eingetragen von: Erneste Appell

 

Es mag Architekten geben, die in ihrem Schaffen konstanter sind, doch zumindest beim Museo Nacional de Arte Romano in Mérida (siehe hier) ist ihm ein wahres Meisterwerk in Backstein gelungen. Die Rede ist von Rafael Moneo, einem spanischen Architekten und Pritzker-Preisträger, der jüngst mit einem nicht realisierten Entwurf für das Zürcher Kongresshaus von sich Reden machte.

Dass sich auch Moneo in guter Altherren-Architekten-Tradition an Gebrauchsgegenständen abarbeitet, zeigt sich in der Serie Frontalis, die er gemeinsam mit seiner Gattin Belén Moneo für Roca entwarf. Die organisch-gekurvten Formen sollen dabei den natürlichen Rythmus und Fluss des Wassers nachahmen. Dies selbst ist alles andere als neu und wie beim Waschbecken zu sehen ist, auch nicht durchwegs gelungen (siehe unten). Doch vor allem die Modularität des Ganzen, die das Zusamenstellen individueller Kombinationen an der Wand erlaubt, überzeugt. Gleiches gilt vor allem für die kleineren Stücke der Kollektion: Kleiderhaken, auskragende Ablageflächen, WC-Rollen-Halterung und Handtuchstange.

 

 

Roca Frontalis

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8. Februar 2012

Objekt der Woche: Porcher LXP Toilets

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Eingetragen von: Erneste Appell

 

Die Toilette ist im Bad meist das am wenigstens sorgsam gestaltete Objekt. Egal ob rund, oval oder eckig, ob wandhängig oder auf dem Boden stehend: Meist ist eine einfache Grundform zugleich Ausgangspunkt und Ende des Gestaltungsprozesses. Natürlich sind hierbei die ästethischen Prinzipien des Minimalismus am Werk, doch erstaunt deren Dominanz bezüglich Toiletten, wohingegen bei Waschbecken oder Badewannen vermehrt freie Formen und ein hoher Grad an Detaillierung zu beobachten sind.

Die Kollektion LXP Toilets von Porcher orientiert sich zwar auch am 'herkömmlichen WC', doch gibt es hier viele ungewöhnliche Details: Der zum Boden hin leicht gebogene Abschluss, die rückwärtige Biegung unterhalb des Spülkastens, die dezente Verbreiterung des Deckels, der nicht minimalistisch versteckt oder übertrieben inszeniert wird, sondern als gleichberechtigter Teil des Ganzen prägnant und gleichzeitig zurückhaltend ausformuliert wird. Man sieht: Eine Toilette ist eben doch nicht ein Toilette und fertig. Mehr davon!

Porcher LXP Toilets

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2. Februar 2012

Objekt der Woche: Systempool ALMOND

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Eingetragen von: Erneste Appell

 

Im Gegensatz zur gestern vorgestellten Badewanne, ist der Name ALMOND, zu deutsch Mandel, etwas besser geeignet, die Form dieser Badewanne von Systempool zu erklären. Es handlet sich um ein elegant geschwungenes Objekt aus Mineralwerkstoff, das sich in der Länge zu einer Seite hin konisch verbreitert und rundum eine leicht öffnende Neigung aufweist. Das gute Stück ist also im Vergleich zur gestrigen Wanne deutlich weniger schematisch, präziser in der Form, abwechslungsreicher, kurz: spannender. Von leichter Willkür behaftet zwar, aber wer überhaupt irgendeine Form wirklich restlos erklären kann, möge den ersten Stein schmeissen.

 

Systempool ALMOND

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