Der Traum des Moduls war in Architektur und Design seit der frühen Moderne präsent, von der Idee der vorfabrizierten Elemente anfangs der 1930er Jahre bis hin zu den Plattenbauten und modularen Möbelsystemen à la USM Haller in den 1960ern. Während es damals um blosse Effizienz und um die Erfüllung der stets gleichen Bedürfnisse für jeden Einzelnen ging, hat sich der Modulgedanke heutzutage hin zur freien Kombination, zur individuellen Zusammensetzung von Bausteinen gewandelt, um so einer individualisierten Gesellschaft gerecht zu werden.
In letzterer Weise ist auch die Kollektion Spirit von talsee zu deuten. Verschiedene Farben, Materialien, Waschbecken und Möbel arbeiten mit den immergleichen Abmessungen und lassen sich beliebig kombinieren. Dabei kann das Waschbecken, wie oben gezeigt, beispielsweise um eine Einheit verschoben werden, woraus sich zwei versetzte Ablageflächen und eine leichte, vom Ausdruck her schwebende Platte mit Waschbecken ergeben. Die wandmontierbaren Ablageflächen oder der Spiegel harmonieren wiederum mit den Längen der Möbel und so entsteht eine dynamische Komposition aus flachen und breiten Flächen, aus kompakten Volumen und dünnen Flächen, die sich über ihre Abmessungen stets aufeinander beziehen und dadurch eine Einheit bilden. Dass die Schubladen in den Waschschränken mittels modularem Stecksystem frei einteilbar bleiben, versteht sich hierbei von selbst.
talsee Spirit